Kompetenz im Brandschutz

Übersicht

Charakteristisch für Kraftwerke ist ein komplexes Gesamtsystem, das aus sehr unterschiedlichen Betriebseinheiten besteht. Zudem bilden die Gegebenheiten, wie zum Beispiel extrem heiße Oberflächen und Schmieröle, enorme Brandrisiken. Wird ein Brand in einem Kraftwerk nicht automatisch erkannt und unverzüglich gelöscht, drohen Millionenschäden. Selbst ein Brandschaden in einem Teilbereich kann die gesamte Stromerzeugung für längere Zeit unterbrechen. Insbesondere bei Kohlekraftwerken ist ein zuverlässiger Betrieb entscheidend, da sie einen wesentlichen Pfeiler in der Energie-Grundversorgung darstellen. Zum Schutz von Personen, Sachwerten und der Umwelt ist ein durchdachtes und maßgeschneidertes Brandschutzkonzept notwendig.

Für den Gebäudeschutz sind Sprinkleranlagen ein wichtiger Baustein. Diese können durch die Wahl der Sprinkler an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Eine Brandmeldeanlage ergänzt den Gebäudeschutz in allen Bereichen. Die Signale der Brandmelder laufen in der Brandmelder- und Löschsteuerzentrale zusammen. Diese alarmiert gefährdete Personen sowie die Feuerwehr und übernimmt in vielen Fällen die Steuerung und Funktionsüberwachung der Brandschutzanlagen.

In Ergänzung zur Grundausstattung kommen für den Raum- und Einrichtungsschutz weitere Brandschutzsysteme in Gas & Dampfkraftwerken zum Einsatz:

Schutzbereiche

1
Öltanks
2
Kabelkanäle
3
Transformatoren
4
Aufenthalts- und Büroräume
5
Serverräume
6
Elektro- & Schalträume
7
Dampfturbinen
8
Kohlebandanlagen
9
Halden und Kohlebunker
10
Brenner
  1. Öltanks
    1 Öltanks

    Schutzbereich

    In Gas- und Dampfkraftwerken, in denen Dual-Fuel-Tur binen eingesetzt werden, die sowohl mit Gas als auch mit Öl befeuert werden können, wird Treibstoff oder Heizöl in großen Tanks gelagert.

    Risiken

    • Blitzeinschlag
    • Funkenbildung durch statische Aufladung
    • Entzündung der Gase im Öltank 

    Brandschutz

    Den optimalen Brandschutz bieten hier Schaum-Löschanlagen mit dem System-Kit MX TankFoam RTK. Das System erzeugt Schwerschaum, der im Brandfall von oben auf die brennende Flüssigkeitsoberfläche gegeben wird. Der Schaum wirkt sofort kühlend, erstickt die Flammen und schützt die bereits gelöschte Fläche vor einer Rückzündung. Mit einer Sprühwasserlöschanlage werden die Tank seiten wand und ggf. das Tankdach parallel gekühlt.

  2. Kabelkanäle
    2 Kabelkanäle

    Schutzbereich

    Ob Stromzufuhr oder Datenanbindung – für den Betrieb und die Versorgung eines Kraftwerkes werden viele Kabel benötigt. Zum Schutz und aus optischen Gründen werden die Kabel über Kabelkanäle verteilt und in Kabelräumen oder Kabelgeschossen gebündelt.

    Risiken

    • Technische Defekte wie Kurzschlüsse
    • Rasante Brandausbreitung

    Brandschutz

    Sowohl in Kabelkanälen als auch in Kabelräumen und -geschossen wird die Minifog ProCon Wassernebel-Löschanlage eingesetzt. Im Kabelkanal mit Impulsdüsen und in Kabelräumen bzw. -geschossen mit Zwillingshohlkegeldüsen ausgeführt, zeichnet sich die Wassernebel-Löschanlage durch ihren minimalen Wassereinsatz aus. Die Detektion und Auslösung der Wassernebel-Löschanlage erfolgt in kabelführenden Bereichen über Brandmeldeanlagen mit optischen Rauchmeldern. 

  3. Transformatoren
    3 Transformatoren

    Schutzbereich

    Transformatoren sorgen dafür, dass der Strom zur Verteilung im Netz bereitgestellt wird. Sie sind das
    Bindeglied zwischen der Turbine, den Generatoren der Turbine und dem Netz. Sie bestehen typischerweise aus den Bauteilen Trafogehäuse mit Kühler, Ölausgleichsgefäße und ölgefüllte Isolatoren.

    Risiken

    • Kurzschlüsse innerhalb der Transformatoren
    • Überhitzung
    • Austretendes Öl

    Brandschutz

    Bereits bei der Entstehung einer Überhitzung wird der Transformator automatisch abgeschaltet,
    um einen Brandausbruch zu verhindern. Die Basis für den Brandschutz bildet der Buchholzschutz. Dieser sorgt für das rechtzeitige Erkennen der notwendigen Kühlung hitzegefährdeter Bauteile. Die von Minimax nach neuen Erkenntnissen, Schutzzielen und Prüfkonzepten entwickelte Lösung TrafoProtect vervollständigt das Konzept. Die UL-zugelassenen Spezialdüsen, Viking Model A und Model C-1, erzielen bei Auslösung eine gleichmäßige Wasserverteilung. Hierbei werden explizit die Schutzziele „control“ und „suppression“ erfolgreich erreicht. Dabei kann gegenüber klassischen Sprühwasserlöschanlagen unter anderem der Wassereinsatz deutlich reduziert werden. Eine Brandmeldeanlagen löst die Löschanlage aus.

  4. Aufenthalts- und Büroräume
    4 Aufenthalts- und Büroräume

    Schutzbereich

    Mitarbeiter und Gäste halten sich regelmäßig in Büros, Besprechungsräumen sowie in Speisesälen auf. Als Rückzugsmöglichkeiten des Personals dienen darüber hinaus Pausen- und Raucherräume sowie Teeküchen. Flure durchziehen als Hauptverkehrsweg das gesamte Gebäude.

    Risiken

    • Defekte an elektrischen Geräten wie Beamer oder Computern
    • Überhitzung der Beleuchtung
    • Kurzschlüsse an Getränkeautomaten

    Brandschutz

    Minifog EconAqua Wassernebel-Löschanlagen bieten platz- und wassersparenden Schutz und können an eine vorhandene Sprinkleranlage angeschlossen werden. In höheren Räumlichkeiten sorgen Sprinkleranlagen für zuverlässigen Brandschutz. 

  5. Serverräume
    5 Serverräume

    Schutzbereich

    Serverräume stellen einen wichtigen sensiblen Bereich dar. Hier werden Daten von hoher Bedeutung für die Geschäftstätigkeit gespeichert, verwaltet und über das Netzwerk ausgetauscht. Werden Daten durch einen Brand unwiederbringlich zerstört, kann dies für die Produktivität oder sogar die gesamte Zukunft eines Unternehmens beachtliche wirtschaftliche Konsequenzen haben.

    Risiken

    • Überhitzungen des technischen Equipments
    • Defekte wie Kurzschlüsse
    • Erhebliche Schäden auch bei kleinen Bränden

    Brandschutz

    Für kleine bis mittelgroße Serverräume bietet die MX 1230 Feuerlöschanlage die ideale Lösung. Sie löscht mit dem innovativen Löschmittel Novec™ 1230 rückstandsfrei und benötigt wenig Platz. Bei größeren Serverräumen sind Oxeo Inertgas-Löschanlagen ideal geeignet. Die Auslösung und Branderkennung der MX 1230 Feuerlöschanlage und Oxeo Inertgas-Löschanlagen erfolgt durch eine Brandmeldeanlage mit Rauchansaugsystem HELIOS AMX5000.

  6. Elektro- & Schalträume
    6 Elektro- & Schalträume

    Schutzbereich

    Schalträume sind sehr sensible und hochwertige Einrichtungen, die elementare Produktionsprozesse steuern. Sie enthalten elektrische Schalt- und Steuereinrichtungen sowie Doppelböden mit zahlreichen Verkabelungen. Bereits kleine Schäden können zu gravierenden Betriebsausfällen führen.

    Risiken

    • Kurzschlüsse
    • Leicht entzündliche Materialien

    Brandschutz

    Oxeo Inertgas-Löschanlagen bieten in Schalträumen einen zuverlässigen Schutz. Für kleinere Schalträume sind MX 1230 Feuerlöschanlagen eine wirtschaftliche Alternative. Die Auslösung der Löschanlage erfolgt durch eine Brandmeldeanlage mittels punktförmiger Rauchmelder oder HELIOS AMX5000 Ansaugrauchmelder.

  7. Dampfturbinen
    7 Dampfturbinen

    Schutzbereich

    Ob hydraulisch gesteuerte Ventile, Turbinen oder Generatorlager, ob Öl-Versorgungspumpen, Turbinen-
    Aufbereitungsräume oder Räume für Ölbehälter und Leitungen – all diese Abschnitte gehören zum Bereich
    Dampfturbinen.

    Risiken

    • Brennbare Flüssigkeiten
    • Undichte Stellen im Schmier- und Steuerölsystem
    • Heiße Oberflächen

    Brandschutz

    Die Löschung erfolgt vorzugsweise durch Auslösung der automatischen oder halbautomatischen Minifog ProCon Wassernebel-Löschanlage. Wegen der im Vergleich zu einer klassischen Sprühwasser-Löschanlage deutlich geringeren Beaufschlagung mit Löschwasser wird die Gefahr des thermischen Verzugs an heißen Turbinenbestandteilen bzw. im Turbinenlager dadurch erheblich reduziert. Die Auslösung der Löschanlagen erfolgt durch eine Brandmeldeanlage mittels intelligenten UniVario Flammen- und Wärmemelder. Diese können auch zur Prozessüberwachung eingesetzt werden. 

  8. Kohlebandanlagen
    8 Kohlebandanlagen

    Schutzbereich

    Die Kohle wird über eingehauste Bandanlagen transportiert, die über Kohlebearbeitungsstationen – zum
    Beispiel die Kohlebrecher-Station – oder Umlenkungen und Ecktürme führen. 

    Risiken

    • Heißgelaufene Rollenläger, die eine Entzündung von Staubpartikel hervorrufen
    • Funken, die bei Wartungs- oder Schweißarbeiten entstehen
    • Feuchte Kohle, die sich selbst entzündet

    Brandschutz

    Die Installation von linearen Wärmemeldern, Brandgasmeldern oder Mehrkriterienmeldern in den nicht
    einsehbaren Bereichen ist eine notwendige Brandschutzmaßnahme, um den Brand frühzeitig zu erkennen und die Löschanlage auszulösen. Die Sprühwasserlöschanlage ist eine bewährte Lösung, denn aufgrund der sehr schnellen Brandausbreitung bei Kohlebändern ist eine unverzügliche und großflächige Auslösung bzw. Löschung über den gesamten Schutzbereich erforderlich. Die Minifog ProCon Feinsprühlöschanlage ist eine attraktive Alternative für den Bereich Bandanlagen mit Ober- und Untergurten. Ein entscheidender Vorteil ist, dass mit diesem System im Vergleich zur Sprühwasserlöschanlage deutlich weniger Löschwasser eingesetzt wird.

  9. Halden und Kohlebunker
    9 Halden und Kohlebunker

    Schutzbereich

    Die Kohle wird in der Regel im Außenbereich auf einer Halde ohne Schutz vor Feuchtigkeit und Nässe gelagert. Kohlebunker bieten hingegen die Möglichkeit, den Brennstoff trocken einzulagern. Häufi g fi nden sich in einem Kohlekraftwerk beide Lagervarianten.

    Risiken

    • Selbst entzünden  von Kohle
    • In Kohlebunkern explosionsgefährdete Atmosphäre durch Kohlenstaub

    Brandschutz

    Für den Brandschutz der Kohlelagerung finden Löschmonitore Anwendung, die die Brände aus
    sicherer Entfernung bekämpfen und vom Feuer bedrohte Einrichtungen vorbeugend kühlen. Die Monitore lassen sich je nach Ausführungsvariante entweder manuell oder per Fernsteuerung auf das jeweilige Ziel ausrichten. Im Außenbereich empfiehlt sich außerdem ein Hydrantensystem. Zur Überwachung kommen Thermokameras zum Einsatz, die Wärmeentwicklung in Kohlehalden sichtbar machen. Im Kohlebunker hingegen werden zur Detektion Brandgasmelder eingesetzt, die auf im Brandfall austretendes
    Kohlenmonoxid reagieren.

  10. Brenner
    10 Brenner

    Schutzbereich

    In den Brennerebenen befinden sich zwei Arten von Brennern: Zum einen die Kohlebrenner für den Normalbetrieb, in denen die zu Staub zermahlene Kohle verbrannt und dabei in Wärmeenergie umgewandelt wird, zum anderen die Ölbrenner, die für den Anfahrvorgang eingesetzt werden, bis die Kohlebrenner die richtige Temperatur für die Verbrennung der Kohle erreicht haben.

    Risiken

    • Austretendes Öl an undichten Schläuchen oder Flanschverbindungen
    • Hohe Brandlast

    Brandschutz

    Ein sehr gezielter Löscheingriff am Brandherd ist in den Brennerebenen besonders wichtig. Minimax setzt in diesem Bereich effiziente Minifog ProCon Wassernebel-Löschanlagen ein. Mit Sprinklerampullen gesicherte Auslöseventile sorgen dafür, dass nur aus den Impulsdüsen Löschwasser austritt, in deren Nähe aufgrund eines Feuers eine kritische Temperatur überschritten wurde.

Downloads

Brandschutzlösungen für Kohlekraftwerke
Prospekte (18.0 mb)
EN DE