Kompetenz im Brandschutz

Übersicht

Stahl ist heute der wichtigste Industriewerkstoff. Die Stahlindustrie liefert Vorprodukte, wie Warmbreitband,
Schmiedeteile, Bleche, Schienen, Langprodukte, Draht und Röhren, die dann zu den Endprodukten
weiterverarbeitet werden. Viele Stahlwerke laufen heute auf Hochtouren. Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen wirken sich da katastrophal aus. Stoppt ein Betrieb, beläuft sich der wirtschaftliche Schaden innerhalb kürzester Zeit auf mehrstellige Millionenbeträge. Bereits kleine Brände können ein komplettes Stahlwerk lahmlegen.

Das Brandrisiko ist erheblich: Warm- und Kaltbandwerke, Schweißmaschinen, Schalt- und Hydraulikräume, Ölkeller, Kabelkanäle, Beschichtungs- und Beizanlagen – fast überall trifft Hitze auf entzündliche Stoffe. Brennbare Flüssigkeiten wie Öl, Ablagerungen und heiße Maschinenteile setzen zusammen mit elektrischen Zündquellen die Produktionsmaschinen einer hohen Brandgefahr aus. Anlagenbedingte Brandlasten wie Kunststoffe, Leitungen und Ölvorräte verstärken das Risiko. Investitionen in den Brandschutz sind die Grundlage. 

Flammen, Rauch, Brandgase, Hitze – ein Feuer hat viele Gesichter. Minimax hat die richtigen Brandmelder für die verschiedenen Bereiche innerhalb eines Stahlwerks. Deren Signale laufen in der Brandmelder- und Löschsteuerzentrale zusammen, die gefährdete Personen und die Feuerwehr alarmiert. Darüber hinaus überwacht die Minimax Zentrale die installierten Brandschutzanlagen auf Funktion und löst diejenigen Löschanlagen, die nicht – wie beispielsweise Sprinkleranlagen – über eigene Auslöseelemente verfügen, elektrisch aus.

Eine Sprinkleranlage sorgt für einen flächendeckenden Gebäudeschutz. Minimax verfügt über eine große Bandbreite von Sprinklertypen und Sondersprinklern, die eine ideale Anpassung der Sprinkleranlage an die jeweiligen Einsatzbedingungen in den einzelnen Schutzbereichen ermöglicht.

Bereiche mit speziellen Brandrisiken oder Einsatzbedingungen erfordern – ergänzend oder anstelle der Sprinkleranlage – eine zugeschnittene Raum- bzw. Einrichtungsschutzanlage. In Stahlwerken kommen daher auch Sprühwasser-Löschanlagen, Minifog Wassernebel-Löschanlagen, Oxeo Inertgas-Löschanlagen, Kohlendioxid-Löschanlagen und Halocarbon-Löschanlagen zum Einsatz.

Sämtliche Alarm- und Zustandsmeldungen der von Minimax installierten Brandschutzanlagen sowie von weiteren Gewerken können durch das Inveron Gefahrenmanagementsystem auf Bildschirmoberflächen visualisiert werden.

Baulicher Brandschutz sowie Technologien von Minimax Mobile Services, wie Feuerlöscher, Wandhydranten und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, runden den Brandschutz in Stahlwerken ab. 

Schutzbereiche

1
Kokereien
2
Aufenthalts- und Büroräume
3
Sinteranlagen
4
Hydraulikräume
5
Kabelkanäle
6
Hochofen
7
Leitstände
8
Stranggussanlage und Pfannenräume
9
Warmbandwalzanlagen
10
Kaltbandwalzanlagen
11
Beize
  1. Kokereien
    1 Kokereien

    Schutzbereich

    Das Verfahren, das in der Kokerei Koks und Rohgas erzeugt, erfordert in den Kokskammern Temperaturen von 900 und 1.400 Grad Celsius – diese Betriebsbedingungen bedeuten höchste Ansprüche für Mensch und Material. Stoffe wie Teer, Schwefelsäure, Ammoniak oder Naphthalin bergen hier spezifische Gefahren. Hinzu kommen gewaltige Bandanlagen, die im Eiltempo Kohle und Koks durch schwer zugängliche Anlagenbereiche transportieren. Für diese unterschiedlichen Brandgefahren bietet Minimax eine ganze Palette hoch spezialisierter Brandschutzlösungen.

    Risiken

    • Heiß gelaufene Rollenläger
    • Entzündung von Staubpartikeln
    • Selbstentzündung feuchter Kohle

    Brandschutz

    Wärmemelder, Brandgasmelder und Mehrkriterienmelder überwachen zuverlässig die Bänder. Sie erkennen entstehende Brände und lösen automatisch die Löschanlage aus. Minimax Sprühwasser-Löschanlagen sind in den Brandguttransportbereichen eine bewährte Lösung. Stehen nur geringe Wasservorräte zur Verfügung, bietet eine Minifog Wassernebel-Löschanlage eine sinnvolle Alternative.

  2. Aufenthalts- und Büroräume
    2 Aufenthalts- und Büroräume

    Schutzbereich

    Mitarbeiter und Gäste halten sich regelmäßig in Büros, Besprechungsräumen sowie in Speisesälen auf. Als Rückzugsmöglichkeiten des Personals dienen darüber hinaus Pausen- und Raucherräume sowie Teeküchen. Flure durchziehen als Hauptverkehrsweg das gesamte Gebäude.

    Risiken

    • Defekte an elektrischen Geräten wie Beamer oder Computern
    • Überhitzung der Beleuchtung
    • Kurzschlüsse an Getränkeautomaten

    Brandschutz

    Minifog EconAqua Wassernebel-Löschanlagen bieten platz- und wassersparenden Schutz und können an eine vorhandene Sprinkleranlage angeschlossen werden. In höheren Räumlichkeiten sorgen Sprinkleranlagen für zuverlässigen Brandschutz. 

  3. Sinteranlagen
    3 Sinteranlagen

    Schutzbereich

    Vom feinkörnigen Rohstoff zum stückfesten Eisenerz-Sinter durchlaufen in der Sinteranlage Feinerze, Konzentrate und Zuschläge einen weiteren buchstäblich brandgefährlichen Prozess: Die Vielzahl an Stoffen, hoher Druck und erneut hohe Betriebstemperaturen bergen hier in allen Sinterstadien erhebliche Brandrisiken. Weil die Anlagen mit hydraulischen Komponenten arbeiten und in Schalträumen IT-basierte Steuerungen installiert sind, treffen hier Technologien mit sehr unterschiedlichen Schutzanforderungen
    zusammen.

    Risiken

    • Geplatzte und undichte Hydraulikschläuche
    • Elektrische Fehlfunktionen in Schalträumen
    • Hohe Temperaturen

    Brandschutz

    Einen wirksamen Schutz im Bereich von Hydraulikanlagen und an den Fördereinrichtungen bieten Minifog Wassernebel-Löschanlagen. Ölbrandrisiken beugt besonders wirkungsvoll eine Schaumlöschanlage vor. 

  4. Hydraulikräume
    4 Hydraulikräume

    Schutzbereich

    In Hydraulikräumen werden die für den Pressvorgang erforderlichen Kräfte erzeugt. Dazu sind Hydraulikaggregate notwendig, die aus Hydrauliköltanks, Antriebsmotoren und Pumpen bestehen. Derartige Einrichtungen befinden sich in der Regel in einem geschlossenen Hydraulikraum unterhalb der Presse.

    Risiken

    • Leckagen an ölführenden Leitungen oder Wellendichtungen
    • Heiße Oberflächen der Aggregate
    • Ölablagerungen, die sich entzünden

    Brandschutz

    Minifog ProCon Wassernebel-Löschanlagen sorgen für einen zuverlässigen Brandschutz von Hydraulikaggregaten. Ist empfindliches elektronisches Equipment vorhanden, ermöglichen Kohlendioxid-Löschanlagen alternativ ein rückstandsfreies Löschen. Die Branderkennung und Auslösung der Minifog ProCon Wassernebel-Löschanlagen und Kohlendioxid-Löschanlagen erfolgt durch eine Brandmeldeanlage mit  UniVario Flammen- und Wärmemelder.

  5. Kabelkanäle
    5 Kabelkanäle

    Schutzbereich

    Ob Stromzufuhr oder Datenanbindung – für den Betrieb und die Versorgung eines Kraftwerkes werden viele Kabel benötigt. Zum Schutz und aus optischen Gründen werden die Kabel über Kabelkanäle verteilt und in Kabelräumen oder Kabelgeschossen gebündelt.

    Risiken

    • Technische Defekte wie Kurzschlüsse
    • Rasante Brandausbreitung

    Brandschutz

    Sowohl in Kabelkanälen als auch in Kabelräumen und -geschossen wird die Minifog ProCon Wassernebel-Löschanlage eingesetzt. Im Kabelkanal mit Impulsdüsen und in Kabelräumen bzw. -geschossen mit Zwillingshohlkegeldüsen ausgeführt, zeichnet sich die Wassernebel-Löschanlage durch ihren minimalen Wassereinsatz aus. Die Detektion und Auslösung der Wassernebel-Löschanlage erfolgt in kabelführenden Bereichen über Brandmeldeanlagen mit optischen Rauchmeldern. 

  6. Hochofen
    6 Hochofen

    Schutzbereich

    Bei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius ist der Hochofen unterbrechungsfrei im Einsatz. Riesige Koksmengen halten diese Anlage auf Temperatur, damit kontinuierlich das Roheisen aus Erzen gewonnen werden kann. Der anlagentechnische Brandschutz muss hier neben dem permanenten Betrieb den Umstand berücksichtigen, dass selbst im Fall eines Brandes im Umfeld des Ofens ein zügiges Herunterfahren kaum möglich ist. Ablagerungen an unterschiedlichsten Elementen, Öl und andere brennbare Flüssigkeiten an beweglichen Komponenten der Anlage stellen angesichts der enormen Betriebstemperatur ein hohes Brandrisiko dar. Ähnlich wie in der Kokerei gilt es, vor allem die Kokstransportbänder mit betriebssicheren Meldern zu überwachen und Brände im Frühstadium mit einer automatischen Löschanlage zu bekämpfen. Neben solchen Bereichen mit hoher Brandlast flankieren auch den Hochofen sensible technische Anlagen, die ein großes Spektrum an Brandschutzsystemen erfordern.  

    Risiken

    • Hydraulik- und Schmieröl kann sich in der Nähe der glühenden Schmelze entzünden
    • Brandgefahr für Steuerungen und Antriebe in den Bereichen Pfanne und Strangführungssystem

    Brandschutz

    Minifog Wassernebel-Löschanlagen schützen zuverlässig Bereiche vom Pfannendrehturm bis zum Auslaufrollgang. 

  7. Leitstände
    7 Leitstände

    Schutzbereich

    In Leitständen laufen alle Fäden zusammen, damit eine permanente Sicherheitskontrolle gewährleistet ist. Oftmals befinden sich derartige Leitstände in kleinen bis mittelgroßen Räumen, in denen Monitore und anderes technisches Equipment zur visuellen Überwachung – beispielsweise mittels Minimax Inveron – untergebracht sind.

    Risiken

    • Technische Defekte wie Kurzschlüsse
    • Überhitzungen von Computern oder anderen elektronischen Geräten

    Brandschutz

    Leitstände können in eine vorhandene Sprinkleranlage für den Gebäudeschutz eingebunden werden. Um elektrische und elektronische Geräte zusätzlich zu schützen wird das Risiko einer ungewollten Auslösung der Sprinkleranlage durch den Einsatz von Preaction Sprinklern minimiert. 

  8. Stranggussanlage und Pfannenräume
    8 Stranggussanlage und Pfannenräume

    Schutzbereich

    Flüssiger Stahl wird beim Strangguss zu Walzbarren und Pressbolzen – zuvor legt er von der Pfanne über den Verteiler durch die Kokille reichlich Transportwege zurück. Hydraulische und elektrische Antriebe, Schmieröl und jede Menge Technik sorgen für die Bewegung in der Stranggussanlage. Feuer, Wasser, Luft – dicht wie in kaum einem anderen Anlagenteil liegen hier die Elemente beieinander. 1.400 Grad Celsius heißer Stahl begegnet Antriebstechnik und elektrischen Anlagen. 

    Risiken

    • Hydraulik- und Schmieröl kann sich in der Nähe der glühenden Schmelze entzünden
    • Brandgefahr für Steuerungen und Antriebe im Bereich von Pfanne, Verteiler und Strangführungssystem

    Brandschutz

    Für den Brandschutz für Bereiche vom Pfannendrehturm bis zum Auslaufrollgang sind Minifog Wassernebel-Löschanlagen die ideale Wahl. 

  9. Warmbandwalzanlagen
    9 Warmbandwalzanlagen

    Schutzbereich

    Glühend gelieferte Brammen erreichen im Ofen Weiterbearbeitungstemperaturen zwischen 750 und 1.250 Grad Celsius. Das bedingt ähnliche Brandgefahren wie in Kokerei und Sinteranlage. Hinzu kommen beim Auswalzen hydraulisch angetriebene Pressen und Stauchgerüste mit ähnlichen Risiken wie die Antriebskomponenten beim Strangguss. Lecks in Hydraulikleitungen lösen leicht einen Sprühstrahl oder Ölnebel aus, der sich in dieser Umgebung leicht entzündet. Hohe Temperaturen sind auch beim Walzen ein permanenter Begleiter und damit eine unvermeidbare Zündquelle.

    Risiken

    • Hydraulikleitungen entlang der Walzstraßen
    • Hohe Werkstofftemperaturen

    Brandschutz

    Die automatische Branddetektion ist wegen betriebsbedingter Störgrößen wie Glut, Dampf oder Funkenflug an den Walzanlagen problematisch. In Teilbereichen basiert hier Branddetektion auf einer personal intensiven Videoüberwachung. Im Brandfall wird die Löschanlage manuell ausgelöst. Die Walzgerüste schützen Sprühwasser-Löschanlagen.

  10. Kaltbandwalzanlagen
    10 Kaltbandwalzanlagen

    Schutzbereich

    Fertigungspräzision ist die Domäne der Kaltbandwalzanlage: Reversiergerüste oder Tandemstraßen bringen das Warmbreitband auf die vom Kunden gewünschten Maße. Eine Herausforderung für den Brandschutz, denn um geringe Fertigungstoleranzen zu erzielen, sind die Walzstraßen mit modernsten Steuer- und Regelsystemen ausgerüstet.

    Risiken

    • Hohe Temperaturen
    • Ausfallgefahr bei Bränden von sensiblen Steuersystemen

    Brandschutz

    Minifog Wassernebel-Löschanlagen schützen zuverlässig einige Bereiche der Kaltbandwalzanlage wie Antriebe, Gerüste und Struktur. Für den Brandschutz der empfindlichen Regeltechnik der Walzspalte eigenen sich ideal Oxeo Inertgas-Löschanlagen.

  11. Beize
    11 Beize

    Schutzbereich

    An einer Beizlinie beginnt effizienter Brandschutz bei der Entzunderungsanlage. Das Säurebad, das anschließend Oxidschichten vom Walzprozess auf dem Warmband entfernt, stellt bei modernen Anlagen mit seinen Kunststoffbecken und Kunststoffabluftkanälen eine erhebliche Brandlast dar. Sollte hier ein Brand ausbrechen, kann er sich schnell ausbreiten. Der chemische Prozess des Beizens liefert dazu in größeren Mengen Wasserstoff.

    Risiken

    • Gasbildung und Explosionsgefahr durch chemische Prozesse
    • Brennbarer Kunststoff bei Wannen, Zuleitungen und Abluftsystemen

    Brandschutz

    Das Brandmeldesystem ist wesentlicher Baustein beim Schutz der Beize: Täuschungssichere Flammenmelder von Minimax detektieren ein Feuer und aktivieren eine definierte Brandfallsteuerung – eine Kombination aus Abschaltung, Auslösen von Löschbereichen und Abluftsteuerung. Prozessteile der Schubbeize, die Schweißmaschine und der Abluftkamin werden durch eine Minifog Wassernebel-Löschanlage geschützt. Den Schutz der Einöler an Beizen übernimmt eine Kohlendioxid-Löschanlage. 

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Brandschutzlösungen für Stahlwerke
Prospekte (4.0 mb)
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